Zocken mit 70 oder 80? Das ist heute gar nicht mehr so ungewöhnlich. Gespielt wird auf der Konsole und am Computer, aber genauso auf dem Smartphone oder Tablet. Vor allem die mobilen Geräte machen den Einstieg einfach, weil viele Senioren sie ohnehin täglich nutzen. Wie viele ältere Menschen tatsächlich regelmäßig spielen und welche Games bei ihnen besonders gut ankommen, wurde inzwischen auch in mehreren Studien und Umfragen untersucht.
Welche Spiele passen zu welcher Generation?
Bestimmte Spiele werden fast automatisch mit bestimmten Altersgruppen verbunden. Jugendliche sitzen an der Konsole oder am Gaming-PC, Erwachsene treffen sich zum Brettspielabend und bei Senioren stehen Kartenspiele, Kreuzworträtsel oder eine Partie Schach auf dem Programm.
Ganz so eindeutig war die Verteilung zwar nie, trotzdem haben sich solche Bilder über Jahrzehnte gehalten. Glücksspiele werden schon aufgrund der Altersbeschränkung ausschließlich mit Erwachsenen verbunden.
Klassische Spielbanken und Spielhallen sprechen dabei traditionell eher ein älteres Publikum an, während bei digitalen Angeboten jüngere Erwachsene stärker vertreten sind. Wer heute spielen möchte, muss dafür außerdem nicht mehr unbedingt eine Spielhalle besuchen.
So gibt es beispielsweise bei Löwen Play lizenzierte Online Slots, die am Computer oder Smartphone gespielt werden können. Videospiele werden dagegen bis heute hauptsächlich mit jüngeren Menschen in Verbindung gebracht. Konsole, Gaming-PC und schnelle Actiontitel passen in der allgemeinen Vorstellung eher zum Teenager als zum Rentner.
Andere digitale Spiele wirken weniger stark an eine bestimmte Generation gebunden. Karten-, Puzzle-, Quiz- oder Aufbauspiele lassen sich schließlich genauso mit 20 wie mit 70 spielen. Auch die Geräte haben diese Grenzen ein Stück weit verschoben.
Für ein digitales Spiel braucht es heute weder eine Konsole noch einen leistungsstarken Gaming-PC. Smartphone und Tablet reichen für zahlreiche Titel aus und gehören mittlerweile in vielen Altersgruppen zum Alltag.
Damit stellt sich die Frage, wie viel von der vermeintlich klaren Trennung zwischen jungen Gamern und älteren Nicht-Gamern überhaupt noch übrig ist.
Fast jeder vierte Senior spielt inzwischen Videospiele
Dass Gaming im höheren Alter keine Ausnahme mehr ist, zeigen aktuelle Zahlen des Digitalverbands Bitkom. Für die Gaming-Studie 2026 wurden 1.205 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland befragt. 24 Prozent der Teilnehmer ab 65 Jahren gaben an, zumindest gelegentlich Video- oder Computerspiele zu spielen.
Damit gehört inzwischen fast jeder vierte Senior zur Gruppe der Gamer. Von den jüngeren Generationen sind die älteren Spieler damit zwar noch ein gutes Stück entfernt. Unter den 16- bis 29-Jährigen spielen 89 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 70 Prozent. Interessant wird es bereits in der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren.
Hier greift mit 47 Prozent fast jeder Zweite zumindest hin und wieder zu einem Video- oder Computerspiel. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt zudem, dass sich bei den älteren Spielern einiges getan hat. 2020 spielten erst 13 Prozent der Menschen ab 65 Jahren, 2021 waren es bereits 18 Prozent.
Für 2023 ermittelte Bitkom 19 Prozent und 2025 waren es 20 Prozent. Mit den aktuell gemessenen 24 Prozent hat sich der Anteil gegenüber 2020 damit innerhalb von sechs Jahren beinahe verdoppelt. Ein Teil dieser Entwicklung lässt sich schon durch den Generationswechsel erklären.
Menschen, die heute 65 oder 70 Jahre alt sind, hatten schließlich nicht erst im Rentenalter ihren ersten Kontakt mit elektronischen Spielen. Die ersten kommerziell erfolgreichen Videospiele kamen bereits in den 1970er-Jahren auf den Markt und wer damals 20 Jahre alt war, ist heute Mitte 70.
Gaming und Senioren sind deshalb längst nicht mehr zwei Welten, die erst durch Smartphone und Tablet zusammengefunden haben. Die aktuellen Zahlen zeigen außerdem, dass die Grenze weiter in Bewegung bleiben dürfte.
Von den heute 50- bis 64-Jährigen spielt bereits fast die Hälfte. Mit jedem Jahr wechseln damit Menschen in die Altersgruppe 65 plus, für die Video- und Computerspiele schon seit Jahrzehnten eine bekannte Form der Freizeitgestaltung sind.
Casual Games sind bei älteren Gamern besonders beliebt
Senioren spielen nicht unbedingt dieselben Games wie ihre Kinder oder Enkel. Besonders beliebt sind Puzzle- und Gelegenheitsspiele, die ohne lange Einarbeitung gestartet und problemlos für eine kurze Runde zwischendurch genutzt werden können. Dazu gehören klassische Puzzle-Games ebenso wie Karten-, Wort- oder Geschicklichkeitsspiele.
Eine internationale Gaming-Studie der Boston Consulting Group aus dem Jahr 2024 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Während jüngere Spieler häufiger zu Action-, Shooter- und Abenteuerspielen greifen, verschieben sich die Vorlieben mit zunehmendem Alter.
Bei Spielern über 51 Jahren schneiden Puzzle- und Casual Games besonders gut ab. Die Untersuchung berücksichtigt dabei auch Gamer über 65 Jahre. Ein Grund dafür dürfte der unkomplizierte Einstieg sein. Viele dieser Spiele erklären sich innerhalb weniger Minuten und verlangen weder Erfahrung mit einer komplexen Steuerung noch besonders schnelle Reaktionen.
Wer ohnehin gerne Karten legt, knobelt oder Rätsel löst, findet bekannte Spielprinzipien außerdem in zahlreichen digitalen Varianten wieder. Auf einfache Gelegenheitsspiele beschränkt sich Gaming im Alter deshalb aber nicht. Strategie-, Simulations- und Aufbauspiele bieten ebenfalls viele Möglichkeiten, in Ruhe zu spielen und sich über längere Zeit mit einem Titel zu beschäftigen.
Und sogar Actionspiele und Shooter haben ältere Fans. Welche Spiele Spaß machen, entscheidet am Ende eben nicht das Geburtsjahr.
Zocken hält auch Kopf und Kontakte auf Trab
Beim Spielen ist Konzentration gefragt. Rätsel müssen gelöst, Entscheidungen getroffen oder mehrere Dinge gleichzeitig beobachtet werden. Je nach Game sind dabei unter anderem Aufmerksamkeit, Gedächtnis, räumliches Denken und Reaktionsvermögen gefordert.
Forscher beschäftigen sich deshalb schon länger mit der Frage, ob Videospiele bestimmte geistige Fähigkeiten älterer Menschen trainieren können. Eine Auswertung mehrerer Studien mit älteren Erwachsenen kommt tatsächlich zu positiven Ergebnissen.
Nach dem Videospieltraining schnitten Teilnehmer bei einzelnen Tests zur Verarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeit und zum Kurzzeitgedächtnis besser ab. Wie groß diese Effekte ausfallen, hängt allerdings stark vom jeweiligen Spiel und der untersuchten Fähigkeit ab.
Aus ein paar Runden am Bildschirm wird also kein Schutz vor Demenz, geistig fordern können Spiele aber durchaus. Und dann wäre da noch das gemeinsame Zocken. Multiplayer-Spiele lassen sich mit Freunden und Familienmitgliedern spielen, selbst wenn diese Hunderte Kilometer entfernt wohnen.
Auch innerhalb der Familie kann Gaming Generationen an einen Bildschirm bringen. Wenn Großeltern mit ihren Enkeln spielen, steht für einmal nicht das Alter im Mittelpunkt, sondern die Frage, wer das nächste Rennen gewinnt, das Rätsel zuerst löst oder beim gemeinsamen Abenteuer den besseren Plan hat.



